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Die häufigste Frage, die ich beim Besuch nach der Geburt bei meinen Schützlingen, also bei jungen Mütter höre, ist die Frage: „Wie soll man das Kind beruhigen? Gibt es eine goldene Mitte, um das weinende Baby einzulullen?” Die Antwort scheint eindeutig zu sein: JA. Man kann aber nicht vergessen, dass die sogenannte goldene Mitte nicht auf jedes Kind wirkt. In dem folgenden Bericht versuche ich die Methoden zu präsentieren, die ich am häufigsten in meiner alltäglichen Arbeit einsetze.
Der bekannte amerikanische Kinderarzt, Dr. Harvey Karp, hat nach vielen Jahren der Untersuchungen und Beobachtungen des Verhaltens von Babys einige Schlussfolgerungen gezogen. Der wichtigste Schluss besteht in der Feststellung, dass wir 3 Monate zu früh zur Welt kommen. Unser Kopf ist unverhältnismäßig groß zu dem ganzen Körper. Wenn die Schwangerschaft 12 Wochen länger dauern würde, und der Körper des Kindes sich so schnell wie bis zur 40 Woche der Schwangerschaft entwickeln würde, könnte die Geburt durch die Naturkräfte und natürliche Wege nicht erfolgen, weil der Kopf des Kindes zu groß wäre. Nach dieser Theorie werden die Babys also frühzeitig geboren, so dass sie noch nicht genug reif sind. Deshalb „haben sie Angst” vor vielen Dingen und werden manchmal unruhig. Was soll man also machen, wenn das Baby gestillt, gewickelt ist, aber es kann sich immer noch nicht beruhigen.
Vor allem sollte man die Bedingungen nachahmen, die im Mutterleib herrschten (in der pränatalen Phase), also die bekannte, sichere Umgebung. Zu diesem Zweck hat Dr. Harvey Karp die 5-Schritte-Methode (5 S) entwickelt. Der Begriff kommt von den fünf ersten Buchstaben der englischen Wörter (swadding, slide/stomach, shussing, swinging und sucking).
Swadding – Pucken. Die Neugeborenen mögen es nicht, zu viel Raum um sich zu haben. Deshalb ist es empfehlenswert, den Raum zu beschränken, damit sie sich wie im Mutterleib fühlen können. Am besten ist es, wenn Hände und Beine des Kindes an seinem Körper eng anliegen. Die Babys können die Handbewegungen nicht kontrollieren. Sie fuchteln mit ihren Händen vor dem Gesicht herum, so dass sie sich selbst übermäßig erregen. Leider können sie durch ihr Verhalten nicht einschlafen. Für das sogenannte „Einmummeln” kann man eine kleine Decke, eine Mull- oder Baumwollwindel oder einen Pucksack verwenden.
Slide/stomach – Baby in Seiten-/Bauchlage bringen. Es bedeutet nichts anderes, als das Kind in die für es beste Lage zu legen. Das vorher gepuckte Baby sollte man am besten auf der Hand und seitlich oder auf dem Bauch halten. Der Kopf des Babys muss nach unten gerichtet sein.
Shussing – Schhh-Laut. Ab dem vierten Monat können die Babys im Mutterleib hören. Die ersten Laute sind der Herzschlag der Mutter und das Geräusch der Blut, die durch die Nabelschnur fließt. Diese Laute können wir zum Glück nachahmen. Das Geräusch des Blutes, die durch die Nabelschnur fließt, also weißes Rauschen, kann man in Spielzeugen für Babys (rauschende Teddys, Hühnchen, Kissen u. a.) finden oder wenn man nach eine spezielle Anwendung in Smartphone sucht. Weißes Rauschen beruhigt nicht nur Neugeborene. Es kann auch Erwachsene entspannen und Migräneschmerz lindern (ich habe es persönlich getestet).
Swinging – Schaukeln. Diese Methode sollte eigentlich das Schaukeln mit dem Springen verbinden. Das Baby legen wir auf unsere Unterarme und beginnen es im schnellen und energischen Rhythmus zu schaukeln. Der Kopf muss stabil gehalten werden. Das Schaukeln kann man mit Hocken oder leichten Hopsern verbinden. Diese Phase kann man auch modifizieren. Wenn das Baby uns seine Unzufriedenheit zeigt, können wir es auf unsere Knie legen und nur harmonisch schaukeln. Der Kopf des Babys sollte von einer Seite auf der anderen schaukeln (dies ist ähnlich der Bewegungen, die Spielzeughunde oder -katze machten, die sich hinten in Autos in den 80er Jahren befanden.)
Sucking – Saugen. Dieser Reflex wirkt immer beruhigend auf jedes Baby. Zu diesem Zweck kann man die Brust oder den Schnuller verwenden.
Die präsentierten Methoden helfen oft unseren Kleinen sich zu beruhigen. Wir müssen aber auf die wichtigste Sache achten. Nichts und niemand können den Neugeborenen ihre Eltern ersetzen. Deshalb empfehle ich, möglichst viel Zeit mit Ihren Kleinen zu verbringen. So bauen Sie eine Bindung mit dem Kind auf und liefern sich selbst Endorphine, die heutzutage oft zur Mangelware gehören.
Karolina Mossakowska, Hebamme